In den letzten Wochen habe ich an einem Kinderbuch gearbeitet.
Es geht um Laura und Leo. Zwei Kinder, erstes Taekwondo-Turnier. Schutzausrüstung, Nervosität, Kampffläche, Fairness. Und dieser Moment, in dem ein Kind merkt: Ich habe Angst, aber ich gehe trotzdem auf die Matte.
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Eigentlich will ich hier aber nicht nur über das Buch sprechen. Spannender war für mich der Weg dorthin.
Ich habe beim Schreiben wieder gemerkt, wie hilfreich KI sein kann, wenn man sie nicht als Abkürzung benutzt. Nicht nach dem Motto: „Schreib mir mal schnell ein Buch." Sondern eher: „Denk mit. Stell Fragen. Sag mir, wo es noch nicht trägt."
Passend zum Thema war die KI für mich nicht der Kämpfer auf der Matte. Sie war der Sparringspartner im Training.
Am Anfang war nur eine Richtung
Ich wollte Kindern erklären, wie ein Taekwondo-Turnier abläuft, aber eben nicht wie in einem Regelheft. Ein Turnier ist für Kinder mehr als Ausrüstung anziehen und Punkte sammeln.
Da ist das Warten. Das Herzklopfen. Der kurze Zweifel vor dem ersten Schritt auf die Matte. Und danach vielleicht Stolz, vielleicht Enttäuschung, vielleicht beides gleichzeitig.
Aus dieser Richtung entstand irgendwann der Satz, an dem ich das Buch immer wieder geprüft habe:
Starke Kicks sind gut. Ein starkes Herz ist besser.
Der Satz hat mir geholfen, ehrlich auf die Szenen zu schauen. Passt das noch? Wächst Laura hier wirklich? Wird Leo mutiger? Oder erkläre ich gerade nur etwas, das mir als Erwachsenem wichtig erscheint?
Genau bei solchen Fragen war KI nützlich.
Wobei KI wirklich geholfen hat
Der größte Nutzen lag nicht darin, dass KI schöne Sätze schreiben kann. Das kann sie. Aber schöne Sätze machen noch kein gutes Kinderbuch.
Hilfreicher war das Spiegeln.
Ich konnte eine unfertige Idee hinwerfen und bekam sie sortiert zurück. Manchmal klarer. Manchmal mit einem Hinweis, der genervt hat, weil er gestimmt hat.
Da fehlte noch ein echter Konflikt. Dort klang es zu sehr nach Unterricht. Eine Szene war nett, aber eigentlich passierte zu wenig.
Das ist unbequem, aber wertvoll. Ein guter Sparringspartner sagt auch nicht dauernd: „Passt schon." Er zwingt dich, genauer zu werden.
Schreiben beginnt nach dem ersten Entwurf
Bei KI und Schreiben denken viele an: Prompt rein, Text raus, fertig.
So entsteht vielleicht ein Text. Aber kein Buch, hinter dem ich stehen möchte.
Der wichtigste Teil war das Überarbeiten. Lesen, kürzen, umbauen, wieder lesen. Manche Szenen waren inhaltlich richtig, aber emotional noch flach. Andere erklärten zu viel. Manche passten noch nicht zur Figur.
Also ging es wieder zurück ins Training.
KI hat mir diesen Prozess nicht abgenommen. Sie hat ihn dichter gemacht.
Die Haltung bleibt menschlich
KI kann strukturieren, Varianten liefern und kritisch gegenlesen. Aber sie hat keine eigene Haltung.
Sie weiß nicht, warum mir Taekwondo wichtig ist. Sie kennt nicht das Gefühl eines Kindes vor dem ersten Turnier. Und sie entscheidet auch nicht, welche Werte in so einem Buch stecken sollen.
Das musste von mir kommen.
Die KI konnte helfen, klarer zu sehen. Entscheiden musste ich selbst.
Mein Fazit
Für mich war dieses Buchprojekt ein gutes Beispiel dafür, wie ich KI nutzen möchte: nicht als Ersatz für Kreativität, sondern als Trainingspartner für den eigenen Denkprozess.
Am Ende ist ein Kinderbuch über Laura, Leo und ihr erstes Taekwondo-Turnier entstanden.
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Und falls du selbst gerade mit KI arbeitest, ist vielleicht diese Frage hilfreich:
Benutzt du KI gerade, um weniger zu denken, oder um besser zu denken?